Votre panier

Lettre ouverte au gouvernement

Monsieur le Premier Ministre,
Monsieur le Vice – Premier Ministre,
Mesdames les Ministres,
Messieurs les Ministres,

Un large consensus existe pour constater que le Grand-Duché souffre d’une grave pénurie de logements abordables.
Rien ne sert de s’attarder sur les origines de cette situation ou les oublis des dernières années, il faut agir maintenant!
Cette crise touche de larges franges de la population et constitue une raison majeure de la pauvreté grandissante.

Si nous nous focalisons dans les lignes suivantes sur les structures d’hébergement des réfugiés, nous insistons sur les besoins en logements qui vont bien au-delà.
Traités et conventions internationales obligent le Luxembourg de loger les personnes qui lui demandent une protection internationale (DPI).
De la part d’un pays riche on peut s’attendre à ce que cela se fasse dans des conditions dignes.
Beaucoup de ces demandeurs de protection resteront au Grand-Duché et essaieront de se faire une place dans notre société. Ce sont surtout ces enfants qui souffrent des conditions peu favorables à leur épanouissiment et à leur scolarisation.
Votre gouvernment semble être conscient du problème, puisque votre programme de 2023 stipule à la page 186 : “ [Le gouvernement] demandera à l’Administration des bâtiments publics l’établissement d’un plan pluriannuel afin de construire de nouvelles structures pour le réseau d’hébergement de l’ONA et d’évaluer les besoins de rénovation des structures existantes. »
La vision de  „[répartir] les DPI équitablement à travers le pays. Toutes les communes devront participer et être solidaires en ce qui concerne l’effort de créer des structures pour DPI“ est plus que louable, de petites structures facilitant l’intégration des concernés dans la commune et dans la société.

Face aux échos modestes de la part des communes, il appartient au gouvernement d’agir.

Nous nous permettons de demander:

• la déclaration officielle de crise du logement ,
• la mise en place d’un plan d’urgence pour le logement abordable,
• la création d’une task force comprenant les partenaires sociaux, le Syvicol et les acteurs du logement abordable.

Subsidiairement nous  demandons la construction immédiate de structures d’hébergement provisoires pour réfugiés – type bâtiments modulaires- sur des terrains appartenant à l’Etat et au Fonds de Kirchberg.

Agir contre la crise du logement relève tout simplement de la cohésion sociale!

Avec nos salutations distinguées,

Nora Back
Sylvain Besch
Pit Buchler
Marianne Donven
Patrick Dury
Sofia Fernandes
Sergio Ferreira
Guy Foetz
Claude Frisoni
Claire Geier – Courquin
Françoise Gillen
Claudia Hartmann
Gilles Hempel
Frank Hoffmann
Sylvain Hoffmann
Andre Hoffmann
Jean-Claude Hollerich
Nicole Ikuku
Fari Kapirpour
Roby Kieffer
Martine Kleinberg
Serge Kollwelter
Jo Kox
Jim Lehners
Jean Lichtfous
Jessica Lopes
Mil Lorang
Ana Mateus
Jean – Paul Nicolay
Jan Nottrot
Antoine Paccoud
Michel Pauly
David Pereira
Gilbert Pregno
Paul Rauchs
Jean – Claude Reding
Mathieu Reiser
Nathalie Reuland
Bob  Reuter
Guy Rewenig
Albert Rodesch
Noemie Sadler
Raoul Schaaf
Jean – Louis Schlesser
Denis Scuto
Gaston Ternes
Bernard Thill
Guy Thomas
Serge Tonnar
Blanche Weber
Raymond Weber
Paul Weimerskirch
Frank Wies
Inna Yaremenko
Jean – Louis Zeien
Nicola Zharov
Laura Zuccoli

Amnesty International Lëtzebuerg
CLAE
Commission Consultative des Droits de l’Homme
Commission Justice et Paix
Open Home
Solidaritéit mat den Heescherten
VOCO

_——————————   échos de presse ——————— media reports  ———————–

Luxembourg Government Lobbied on Affordable Housing

Chronicle 26.2.2026 : https://chronicle.lu/category/at-home/59765-luxembourg-government-lobbied-on-affordable-housing

Aufnahmepolitik: Druck im Kessel

| 26.02.2026  WOXX

Die Opposition wird zunehmend lauter, NGOs und Flüchtlinge kritisieren in mehreren Briefen erneut: Die Zustände in einigen ONA-Strukturen sind unzumutbar. Trotzdem hält die Regierung an ihrer prekären Aufnahmepolitik fest.

„Hinter dieser Mauer leben Kinder, Familien, Menschen“, erinnerten die grünen Abgeordneten Djuna Bernard und Meris Sehovic am Montag vor der Struktur „Tony Rollman“ auf Kirchberg. Die Kritik zu den Lebensumständen in einigen ONA-Strukturen wird immer lauter. (Foto: María Elorza Saralegui/woxx)

Am Montagmorgen stand in drei Unterkünften des Office national de l’accueil (ONA) Besuch an: Abgeordnete aus dem zuständigen parlamentarischen Ausschuss bekamen auf ihr Drängen hin einen Einblick in Strukturen in Mersch, Zolwer und Käerjeng – wobei letztere vom Familienministerium ausgesucht wurde, weshalb die Wahl wenig überraschend auf einen Modulbau fiel. Mit Platz für je rund 30 Personen gelten diese Unterkünfte als Musterbeispiel, ganz im Gegensatz zu den zwei anderen Einrichtungen.

Die Lebensumstände dort gelten als die schlimmsten landesweit, wie die woxx bereits im Mai vergangenen Jahres berichtete: kaputte Toiletten, schmutzige Duschen, Riegel, die nicht anständig schließen, Räume ohne Fenster, wenig bis keine Privatsphäre, fehlende Sicherheit … (woxx 1839, „La vie dans les hébergements“). Acht Strukturen identifizierte der Lëtzebuerger Flüchtlingsrot, die die Asylagentur-Normen der EU verletzten. Seitdem hat sich trotz wiederholter Kritik nicht viel verändert: Von der woxx konfrontiert, antwortete das Ministerium bereits damals, die Strukturen befänden sich innerhalb des rechtlichen Rahmens. Kontrollen würden jedoch nur vom ONA oder den als Dienstleistern angesehenen NGOs, die sich um die alltägliche Leitung in einigen Strukturen kümmern, durchgeführt (woxx 1849, „Les normes sont respectées“).

„Anlässlich Ihres offiziellen Besuchs wurde eine beschleunigte Reinigungs- und Reorganisationsaktion durchgeführt“, erklärten nun diesen Montag Dutzende von Bewohner*innen der Struktur in Mersch in einem Brief an die Abgeordneten, der der woxx vorliegt: „Diese Inszenierung spiegelt nicht unsere tägliche Realität wider.“ Viel mehr sollten die Abgeordneten auch nicht zu sehen bekommen: Man sei „geradezu durch die Struktur hindurchgejagt“ worden, bedauerte die grüne Abgeordnete Djuna Bernard nach dem parlamentarischen Besuch gegenüber der woxx. Auch die Flüchtlinge in der Struktur in Zolwer leiden unter den schlimmen Zuständen. 29 Frauen, die in einem einzigen Raum leben, appellieren in einem Brief an die Politik: Die Situation „führt zu ständigem Stress, Anspannung, starker psychischer Erschöpfung und einem Gefühl der Demütigung, das sich nur schwer in Worte fassen lässt“.

Die heilige kommunale Unabhängigkeit bleibt intakt, der Hauptfaktor Wohnungskrise nach wie vor ausgeklammert. So steigt der Druck.

Die Regierung aber hinkt nicht nur hinterher, sondern setzt auch eigene Versprechen des Koalitionsvertrags nicht um. Demzufolge sollten Asylbewerber*innen auf eine Arbeitsgenehmigung statt der jetzigen sechs Monaten nur vier warten müssen. Jede Gemeinde sollte auch solidarisch mit anpacken, sodass Geflüchtete „gleichmäßig über das ganze Land verteilt“ würden. Auf erstere Maßnahme warten Betroffene bisher vergeblich und Familienminister Max Hahn (DP) hat sich bereits mehrfach ohne nähere Erläuterungen gegen eine obligatorische Quotenverteilung ausgesprochen. Die heilige kommunale Unabhängigkeit bleibt intakt, der Hauptfaktor Wohnungskrise nach wie vor ausgeklammert (woxx 1823, „Mangelnde Voraussicht“).

So steigt der Druck. Die Opposition wird zunehmend lauter. Sowohl déi gréng als auch die LSAP wiesen diesen Monat auf jeweiligen Pressekonferenzen auf die unwürdige Aufnahmepolitik hin. Unter anderem fordern sie, wie auch schon der Flüchtlingsrat, die Einführung einer unabhängigen Prüfinstanz. Gegenüber den Abgeordneten kündigte Hahn zwar die Eröffnung einer „neuen größeren Struktur“ an, wie Bernard auf Nachfrage der woxx sagte. Wann diese kommen soll, sei jedoch noch unklar. Es ist zu hoffen, dass die Regierung auf die Kritiken eingeht und die neue Unterkunft keine weitere in Eile umgesetzte Schandstruktur wird. Ansonsten drohen die Gefühle von „Ungerechtigkeit, die Ausgrenzung und das psychische Leiden“ – wie es die Flüchtlinge der Merscher ONA-Struktur in Worte fassen – zu sozialen Spannungen zu führen und überzuschwappen. Für eine erfolgreiche und nachhaltige Aufnahmepolitik bräuchte es endlich ein Umdenken, das auf Basis des aktuellen politischen Willens jedoch kaum stattfinden wird. Es müssten wohl nicht nur einige Gemeinden zu ihrer sozialen Verantwortung „fräiwëlleg gezwongen“ werden.

Visite de députés – et du Ministre- de 3 foyers pour réfugiés

Le lundi 23 février la Commission de la Famille de la Chambre des Députés – avec le Ministre de la Famille – ont visité 3 structures d’hébergement: Mersch, Kärjeng et Zolver

D’abord la parole aux résidents de Mersch et de Zolver

La presse

Luxemburger Wort 23. Februar 2026

Kritik an Flüchtlingsunterkünften: „Ein Luxemburg, auf das ich nicht stolz bin“

Am Montag machten sich Abgeordnete ihr eigenes Bild von drei Flüchtlingsstrukturen, nachdem diese aufgrund „desaströser“ Zustände mehrmals kritisiert worden waren
Abgeordnete der Familienkommission wollten sich am Montag ihr eigenes Bild von drei Flüchtlingsstrukturen im Land machen. 

Lire la suite

Bürgerversammlung in Esch Alzette

laut Luxemburger Wort vom 25. Februar

Mehrere Fragen, die laut eigenen Aussagen von Betroffenen selbst kamen, betrafen das

Schicksal von Asylsuchenden und die Frage, wie sich die Lebensbedingungen in deren

Unterkünften verbessern ließen. Die Vertreter der Stadt betonten denn auch mehrmals,

dass es sich bei dieser Versammlung um eine Initiative der Stadt handele und demnach

nur Themen behandelt werden könnten, die in deren Kompetenzbereich fallen.

 

Quelques faits sur la journée du 23 février

Serge Kollwelter
Mersch: voulant demander à la présidente de la Commission parlementaire si Marianne et moi pouvions les accompagner à l’intérieur de l’hébergement, un sieur portant un badge de ONA m’a repoussé « sur ordre d’en haut ».
J’ai pas pu m’empêcher de dire : « Als Weimeschkircher kënnt dat Ganzt mir vir datt der hei 2 verarscht gin : t’Bewunner engerseits an Deputéierten anererseits. En 1787 le prince Potemkine érige de fausses façades de villages prospères le long du parcours de Catherine II, aujourd’hui on appelle cela plus prosaïquement du window dressing. Il faudrait souhaiter que le commission fasse le tour de tous les foyers 3 ou 4 fois par an !
Soleuvre: La presse attend les députés. Pendant ces presque 2 heures d’attente des résidents sortent et parlent avec la presse.
Pendant cette période une voiture de police passe une douzaine de fois devant le foyer. On ne peut s’empêcher de se demander : pourquoi ?
Avant que le Ministre ne sorte avec sa voiture aux vitres teintées, 2 Messieurs du gabarit de gardes de corps se pointent devant les journalistes pour laisser passer la voiture du Ministre.

Flüchtlingsstrukturen in Luxemburg: Zwischen Abwiegeln und Entsetzen

Mangelnde Hygiene, schlechte Behandlung, räumliche Enge und eine Ghettoisierung der Betroffenen – die Kritik an den Missständen in den Flüchtlingsstrukturen hat nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Das für die Unterbringung der Asylbewerber zuständige „Office national de l’accueil“ (ONA) und der verantwortliche Familienminister Max Hahn geraten zunehmend unter Druck

Stefan Kunzman, Grace Freidriech, tageblatt 26. Februar 2026

Lire la suite

«Des conditions qui me choquent»

De notre journaliste David Marques, Le Quotidien 24 février 2026
Une délégation de députés a visité hier trois foyers pour réfugiés. Déi Gréng, notamment, fustigent des conditions de vie indignes. Un mécanisme obligatoire de répartition par commune est réclamé.
Le rendez-vous est fixé devant la structure de primo-accueil composée de chapiteaux au Kirchberg, non loin de la Coque et des institutions européennes. Déi Gréng ont choisi ce lieu symbolisant, selon eux, l’état d’urgence qui caractérise l’accueil des migrants. « Il existe des structures qui ne sont pas dignes d’un pays riche comme le Luxembourg », constate amèrement Djuna Bernard. « Ce que nous critiquons surtout est qu’il n’a pas été possible de sortir de la situation d’urgence. Nous devons trouver des solutions, établir un plan pour un meilleur accueil et une meilleure intégration », développe la députée.

Lire la suite